Vitamin-D-Mangel – in der dunklen Jahreszeit noch häufiger!

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Der menschliche Körper benötigt eine Vielzahl verschiedener Nährstoffe, um gesund und fit zu bleiben. Einer davon ist Vitamin D. Bei diesem Vitamin gibt es eine Besonderheit: Damit es der Körper bilden kann, ist er auf Sonnenlicht angewiesen. Deshalb ist es im Sommer völlig unkompliziert, genug Vitamin D aufzubauen, man muss sich nur genug im Freien aufhalten. Zur Bildung des Vitamins ist es hilfreich, zumindest Hände und Gesicht ungeschützt der Sonne auszusetzen. Sonnenschutzmittel blockieren die Sonnenstrahlen, die zum Vitamin-D-Aufbau notwendig sind. Ein solcher ungeschützter Aufenthalt in der Sonne sollte aber immer kürzer sein als die Eigenschutzzeit der Haut, um sich vor gefährlichem Sonnenbrand zu schützen.
Eine gänzlich andere Situation als im Sommer herrscht im Herbst und Winter, genau genommen in der Zeit von Oktober bis März. Der Sonnenstand ist grundsätzlich tiefer, oft ist der Himmel bewölkt, es gibt insgesamt weniger Lichtstunden pro Tag. Unter diesen Voraussetzungen ist es praktisch nicht mehr möglich, ausreichend Vitamin D aufzubauen. Im Idealfall gleicht ein Vitamin-D-Speicher, der im Sommer sehr gut gefüllt worden ist, noch eine Weile diese ungünstigen Bedingungen aus. Irgendwann sind die Vorräte im Körper jedoch erschöpft.

Wenn es nicht mehr möglich ist, neues Vitamin D aufzubauen, droht ein Mangel. Das ist problematisch, weil es sich bei dem Vitamin um einen sehr wichtigen Nährstoff handelt. Es ist an so vielen Vorgängen im Körper beteiligt, dass ein Mangel inzwischen als Risikofaktor bei einer ganzen Bandbreite von Erkrankungen gilt. Darunter fallen beispielsweise Diabetes und sogar Alzheimer oder Krebs. Auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen wird durch einen Vitamin-D-Mangel erhöht. Auch zur Verarbeitung von Kalzium ist der Körper auf Vitamin D angewiesen, deshalb kann es ohne das Vitamin zu Osteoporose kommen. Bei Kindern führt ein Vitamin-D-Mangel unter Umständen zu Rachitis. Eine Unterversorgung mit Vitamin D kann also einige Folgeerscheinungen nach sich ziehen, bis hin zu gefährlichen Erkrankungen.
Ein weiterer Faktor verstärkt die Problematik noch: Der moderne Mensch hält sich mehr und mehr in geschlossenen Räumen auf. Die meisten Menschen verbringen deutlich weniger Zeit im Freien, als der Körper zur Bildung von ausreichend Vitamin D benötigt. Deswegen gilt eine Unterversorgung inzwischen als weit verbreitet.
Dabei gibt es einige Personengruppen, die ein besonders hohes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel aufweisen. Grundsätzlich sind das alle Menschen, die sich zu selten draußen aufhalten. Auch bei chronisch kranken oder pflegebedürftigen Personen wird das Risiko höher eingeschätzt, ebenso bei Menschen, die immer lange Kleidung tragen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für eine Unterversorgung, weil der Körper weniger Vitamin D produziert. Auch Säuglinge unter einem Jahr dürfen noch nicht der Sonnenstrahlung ausgesetzt werden, denn ihr Körper hat noch keine Möglichkeit, Vitamin D zu bilden. Hier gibt es in aller Regel Präparate, die der Kinderarzt verschreibt und die diesen Umstand ausgleichen.

Wenn es in der Zeit von Oktober bis März kaum möglich ist, neues Vitamin D aufzubauen, ist es besonders wichtig, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Menschen decken nur den kleinsten Teil ihres Vitamin-D-Bedarfs über die Ernährung, höchstens ein Fünftel. Dennoch gibt es einige Lebensmittel, Die vergleichsweise viel Vitamin D enthalten. Über den höchsten Anteil verfügt fettreicher Fisch, Spitzenreiter ist der Hering, danach folgen Aal und Lachs und einige andere Arten. Vergleichsweise viel Vitamin D steckt außerdem in Eigelb, Avocado, Steinpilzen und Gouda.
Über die Ernährung lässt sich dennoch keine ausreichende Vitamin-D-Versorgung herstellen, deshalb ist es auch im Winter wichtig, so viel Sonnenlicht an die Haut zu lassen wie möglich. Dabei ist die Gefahr eines Sonnenbrandes um diese Jahreszeit deutlich geringer. Nur bei Höhensonne sollte man weiterhin sehr vorsichtig sein.
Ist man aufgrund eines möglichen Vitamin-D-Mangels besorgt, spricht man das Thema am besten beim Hausarzt an. Dieser kann im Zweifelsfall auch ein geeignetes Präparat empfehlen. Zur Feststellung einer Unterversorgung kann man auch einen Bluttest durchführen lassen, dieser wird jedoch in erster Linie für Menschen empfohlen, die zur Risikogruppe gehören.

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